Viele Akten aufeinander gestapelt

Hilfe im Sozialrecht-Dschungel

VdK NRW hat 2018 fast zehn Millionen Euro für seine Mitglieder erstritten

Es gibt viele Fälle, in denen Rentenansprüche, Pflegestufen oder eine Schwerbehinderung nur anerkannt werden, wenn sich Betroffene auf juristischem Wege gegen ablehnende Bescheide zur Wehr setzen. Der VdK NRW, Mitgliedsorganisation des Paritätischen NRW, unterstützt seine Mitglieder dabei, ihre Rechte gegenüber Behörden und Sozialversicherungsträgern durchzusetzen. 2018 konnten so fast 9 Millionen Euro an einmaligen und gut 650.000 Euro an laufenden monatlichen Zahlungen erstritten werden.

Ältere und Menschen mit Behinderung am häufigsten betroffen


„Anscheinend nutzen die Verwaltungen ihren Ermessensspielraum in vielen Fällen nicht aus - zu Lasten der Menschen, denen Sozialleistungen zustehen", kritisiert der VdK NRW-Vorsitzende Horst Vöge. Vor allem Ältere und Menschen mit Behinderung sind häufig betroffen. In den mehr als 6.200 Fällen, die der VdK NRW 2018 bearbeitet hat, ging es rund 2.800 Mal um das Schwerbehindertenrecht und über 2.300 Mal um den Bereich der Rentenversicherung.

Menschen finden sich nicht zurecht


„Bei aller Freude über die erfolgreiche Arbeit für unsere Mitglieder macht diese Entwicklung zugleich deutlich, dass sich inzwischen nur noch wenige Menschen im Dickicht des sozialrechtlichen Dschungels zurechtfinden“, so Vöge. „Es kann nicht sein, dass Behörden Menschen in Notsituationen einfach im Regen stehen lassen. Vielmehr müssen die Voraussetzungen für mögliche Ansprüche von Anfang an gewissenhaft geprüft, Antragsverfahren vereinfacht sowie neutrale Beratungsstrukturen ausgebaut werden", fordert der VdK-Vorsitzende.