Drei Personen, die versuchen ein Bus zu schieben

Veranstaltung Menschenrechte am 21. Juni 2018

Vor genau 70 Jahren wurde die UN Menschenrechtskonvention verabschiedet. Ein guter Grund für den Paritätischen Wohlfahrtsverband sich dem Thema Menschenrechte zu widmen. Sind die 30 Artikel der Menschenrechtskonvention in Deutschland umgesetzt oder gibt es Menschen, die sich in ihren Menschenrechten beschnitten fühlen?

Um dies zu erkunden, lud die Kreisgruppe des Paritätischen Düren in Kooperation mit dem Forum Politik am 21. 06. zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung unter dem Titel
„Menschenrechte- Kompass für soziale Arbeit und Politik“ ein.

Zunächst führte Bernd Hoeber, Fachreferent aus dem Landesverband NRW des Paritätischen mit einem interessanten Vortrag in das Thema ein. Er ging dabei auf die Wurzeln der Menschenrechtsidee in verschiedenen Kulturen und Religionen ein und verdeutlichte die Wichtigkeit der Menschenrechte als Grundeinstellung für alle Menschen, die im sozialen Bereich tätig sind. Im Anschluss hatten die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, sich in Diskussionsgruppen zu den Themen Armut, Gewalt, Inklusion und Asyl auszutauschen.
Zum Thema Armut gab Frau Dagmar Becker, Schuldenberaterin der evangelischen Gemeinde und Mitglied in der regionalen Armutskonferenz ein Statement zum Anstoß der Diskussion ab, die sich anschließend um das Bild armer Menschen in der Öffentlichkeit, nicht ausreichender Mindestlohn und die Anrechnung des Kindergeldes auf den Arbeitslosengeld II-Bezug drehte. Auch die geringe Entlohnung im Pflegebereich, die in die Altersarmut führt und die Stromsperre bei säumigen
Zahlern kam zur Sprache.
Zum Thema Gewalt diskutierte Paskal Laskaris, Sprecher des Weissen Ring e.V. und Mitglied im Ausschuss für Soziales, Wohnen und Inklusion der Stadt Düren mit den Interessierten. Ergebnis war hier, dass die Vermittlung von Respekt an unsere Kinder und Jugendlichen die wichtigste Maßnahme der Gewaltprävention ist.
Die Probleme von Menschen mit Behinderungen verdeutlichte Frau Birgit Kalwitz, Sprecherin in der Deutschen Gesellschaft für Muskelerkrankte e.V. und Mitglied des Inklusionsbeirates der Stadt Düren: es gibt immer noch zu viele Barrieren, die das Recht auf Teilhabe einschränken. Besonders Architekten würden die Thematik bei ihren Bauvorhaben oft nicht berücksichtigen. Das Recht auf Arbeit sei ebenfalls für Menschen mit Behinderungen nicht umgesetzt, vor allem auf dem freien Arbeitsmarkt. Obwohl es große finanzielle Unterstützung zur individuellen Einrichtung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes gibt, überwiegt die Furcht vor Fehlzeiten durch Krankheit.
Zur Situation von Menschen mit Fluchterfahrung wurde mit Frank Kress aus dem Zentrum für Migrations- und Asylberatung der Evangelischen Gemeinde diskutiert. Menschen, die aufgrund von Menschenrechtsverletzungen aus ihrer Heimat geflüchtet sind, müssen auch hier Einschränkungen in ihren Menschenrechten erfahren. Dies gilt insbesondere auf die Rechte auf Arbeit, Freizügigkeit, Teilhabe, Schutz der Familie und das Verbot der Diskriminierung. Die teilnehmenden Fachleute aus der sozialen Arbeit waren sich darüber einig, dass vor allem junge Geflüchtete rechtlos sind.

Zu allen Themen wurde lebhaft diskutiert, wobei nicht nur die Defizite in den Blick genommen wurden, sondern auch die persönlichen Handlungsmöglichkeiten:
Unterstützung und Stärkung der Betroffenen und die Einbeziehung der Öffentlichkeit!

Mitgliederversammlung der Kreisgruppe Düren


 Die nächste Kreismitgliederversammlung findet statt am Dienstag, den 30.10.2018 um 18.00 Uhr.


Neben der Wahl von Vorstandsmitgliedern wird in diesem Rahmen das langjährige ehrenamtliche Engagement von Herrn Ulrich Mack und von Herrn Wolfgang Prümm mit der Ehrennadel des Paritätischen gewürdigt.


Ausstellung des Paritätischen Düren auf Schloss Merode


In der Zeit vom 28.11. bis 10.12.2017 hatte die Kreisgruppe die Gelegenheit, den Paritätischen mit seinen Aufgaben und Zielsetzungen und die Vielfalt seiner Mitgliedsorganisationen auf Schloss Merode zu präsentieren. Dafür stellte die Prinzenfamilie von Merode ihre Privaträume zur Verfügung.

Zur Vernissage am 01. Dezember stellten sich viele Vertreterinnen und Vertreter aus den Mitgliedsorganisationen, dem Vorstand und dem Landesverband ein. Prinz Charles-Adrien de Merode lobte in seiner Ansprache die Aktivitäten und das soziale Engagement des Paritätischen und seiner Mitgliedsorganisationen.

Vorsitz im Inklusionsbeirat der Stadt Düren


Die Geschäftsführerin der Kreisgruppe Düren engagiert sich als Vorsitzende des Inklusionsbeirates der Stadt Düren für eine bessere Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in unserer Stadt.

Ein wichtiges Ziel dieser Arbeit ist es, noch bestehende Barrieren aufzulisten und kontinuierlich abzubauen. Dies könnte mithilfe eines "Inklusionsplans" systematisch geschehen und würde viele Betroffene und Entscheider in den Prozess mit einbinden.

Ab dem 21.03.2018 wird der Inklusionsbeirat jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat um 14.00 Uhr eine Sprechstunde für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige anbieten. Man findet uns dann im Besprechungsraum links neben der Empfangstheke des Rathauses.

Zusätzlich hat der Inklusionsbeirat im September mit einem Stand beim Dürener Stadfest teilgenommen, um das Thema Inkusion bekannter zu machen.